PRAXISBERICHT AUS DEM PFLEGEZENTRUM RIEDHOF
Was ein gutes Team noch stärker macht
Zwei Teamworkshops mit dem Team Vita im Pflegezentrum Riedhof, Zürich-Höngg
Ausgangslage und Ziel
Die Bereichsleitung Pflege war mit der Arbeit des Teams Vita und dem Zusammenspiel sehr zufrieden. Sie wollte den Mitarbeitenden etwas bieten, das nicht nach einem gelungenen Workshop-Nachmittag verpufft. Es sollte im Alltag weiterwirken.
Geplant waren zwei halbtägige Teamworkshops. Dazwischen lagen vier Wochen, in denen das Team erste Erfahrungen sammeln und Vereinbarungen ausprobieren konnte.
Bildlegende: Inez Bössow und Teamleiterin Vanessa Turgut vor dem Bössow-Barometer
Vom Teammitglied zur Teamleiterin
Zwischen der Planung und der Durchführung veränderte sich die Führungssituation. Vanessa Turgut übernahm die Teamleitung. Zuvor hatte sie selbst im Team Vita gearbeitet.
Der Führungswechsel war nicht der Anlass für die Workshops. Er wurde jedoch sinnvoll in den bestehenden Auftrag aufgenommen. Denn wenn aus einer Kollegin die Führungskraft wird, verändern sich Rollen und Erwartungen.
Vor dem ersten Workshop besprach ich mit Vanessa Turgut und der Bereichsleitung die Situation, die Ziele und den Aufbau. Gemeinsam bereiteten wir vor, wie Vanessa ihre neue Rolle und ihre Führungswerte im Workshop vorstellen konnte.
Sie erhielt den Raum, sich dem Team in ihrer neuen Funktion zu zeigen. Das war möglich, weil die Zusammenarbeit von Respekt und Wertschätzung geprägt war.
Rollen, Werte und Kommunikation klären
Das Team und seine Führungskraft sprachen darüber, wie sie künftig zusammenarbeiten wollen. Dabei ging es nicht um allgemeine Leitbilder, sondern um konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag.
Das Team verständigte sich auf vier gemeinsame Werte:
- positive Grundhaltung
- Flexibilität
- Wertschätzung
- Verantwortungsbewusstsein
Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit Fehlern und Unsicherheiten. Wie sprechen wir sie frühzeitig an? Wie klären wir gemeinsam, was passiert ist? Und wie sorgen wir dafür, dass alle daraus lernen?
Auch klares Feedback wurde geübt: Was habe ich wahrgenommen? Was hat es ausgelöst? Und was wünsche ich mir für die Zukunft?
Die eigenen Stärken mit anderen Augen sehen
Im zweiten Workshop stand zunächst die Frage im Mittelpunkt: Was ist seit dem ersten Termin im Alltag angekommen?
Anschliessend erhielt jedes Teammitglied Rückmeldungen zu den eigenen Stärken. Aussagen wie „Das hätte ich nicht gedacht“ oder „Das tut richtig gut“ zeigten, wie ungewohnt es sein kann, die eigene Wirkung durch die Augen der KollegInnen zu sehen.
Die Stärken wurden anschliessend im Teamzimmer sichtbar gemacht. So blieb die Erfahrung nicht im Workshopraum. Das Team konnte sich auch später daran erinnern, was jedes Mitglied zum gemeinsamen Arbeiten beiträgt.
Das Bössow-Barometer zeigt die Entwicklung
Zu Beginn bewerteten die anwesenden Teammitglieder ihren aktuellen Teamzusammenhalt mit einem Durchschnittswert von 3,85 auf einer Skala von –10 bis +10. Als gewünschten Wert nannten sie 7,46.
Vier Wochen später lag die durchschnittliche Bewertung bei 7,87. Das Team hatte seinen eigenen Zielwert damit leicht überschritten.
Die Werte geben jeweils den Durchschnitt der am Workshop anwesenden Teammitglieder wieder.
Was im Alltag ankam
In der anschliessenden Reflexion mit Team- und Bereichsleitung wurde deutlich: Der Austausch war schneller und direkter geworden. Das Vertrauen untereinander hatte sich vertieft.
Auch die im Workshop vereinbarten nächsten Schritte wurden umgesetzt. Die Stärken der Teammitglieder wurden beispielsweise im Teamzimmer aufgehängt und blieben dadurch für alle sichtbar.
Genau darum geht es mir bei Workshop-Serien: nicht nur um einen guten Workshop-Tag, sondern darum, was danach im Arbeitsalltag anders läuft.
„Ich habe noch nie so eine gute Fortbildung gehabt.“
Rückmeldung einer Teilnehmerin aus dem Team Vita
Über den Workshop wurde auch im Geschäftsbericht 2025 des Pflegezentrums Riedhof berichtet.
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Auch außerhalb der Pflege:
Was ich für Alterszentren mache, funktioniert überall dort, wo Führungskräfte und Teams unter Druck stehen – in Unternehmen, Organisationen und Institutionen. Wenn Sie eine andere Ausgangslage mitbringen, lassen Sie uns darüber sprechen.
